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" MS Güstrow"


Bei meinem alljährlichen Besuch auf der Intermodellbaumesse in Dortmund blieb ich an einem Stand stehen, es war der Stand der IG Binnenschiffe Duisburg. Dort war eine Werft aufgebaut mit zahllosen schönen Schiffsmodellen. Doch was war das, da stand ein Modellschiff halb fertig auf der Anlage. Und meine Blicke blieben an dem Steuerhaus des Modells haften, die Form kommt mir irgendwie bekannt vor?

      Das Modell  vom MS Dömitz                          MS Dömitz Bugansicht

Als ich den Besitzer und Erbauer Hermann Witt ausfindig gemacht hatte, führten wir ein langes Gespräch. So erfuhr ich dass es ein Motorgüterschiff "MS Dömitz" aus der damaligen DDR Binnenschiffsflotte werden soll. Jetzt war mir auch klar woher ich die Form des Steuerhauses kannte.Habe ich doch vor langer Zeit mal den Beruf des Binnenschiffers gelernt und bin selbst auf diesen Schiffstyp gefahren. Von diesem Augenblick an war der Wunsch in mir, genau so ein Modellschiff baust du auch!

Nun hatte ich zwar einige Erfahrung über die Jahre im Modellbau sammeln können, aber ich habe mich bis dahin immer nur mit Bausätzen beschäftigt. Ein Schiff zu bauen wo man fast alles alleine herstellen muss, hatte ich mir einfacher vorgestellt als es wirklich ist.

Bei der Heimfahrt von der Messe plante ich voller Euphorie mein Bauvorhaben, doch zu viele Fragen tauchten plötzlich auf:

  • soll es ein Standmodell oder Fahrmodell werden?

  • welches Material ist das richtige?

  • welcher Maßstab soll es werden?

  • wo bekomme ich Zeichnungen oder Pläne her?

So fehlten mir eigentlich alle Informationen was diesen Schiffstyp betraf, und ich musste erkennen dass ich ohne fremde Hilfe eigentlich nicht mal den Anfang bewerkstelligen konnte.

Also was bleibt einen dann? Das Internet! „das Internet kann bei allem helfen“ Leider falsch gedacht, zu dieser Zeit war über den Schiffstyp, den ich bauen wollte gar nichts zu finden. Die nächste Möglichkeit, das Telefon soll mir bei der Suche helfen?

Was sich gleich als voller Erfolg rausstellte, die Modellbaufreunde der IG- Binnenschiffe Duisburg haben mir den Anfang sehr erleichtert, von ihnen habe ich das Angebot wahrgenommen einen passenden Spantensatz CNC gefräst kostengünstig für mein Modell zu erwerben. Damit aber nicht genug sie haben mir, ins besondere Hermann Witt einige Unterlagen und Fotos zur Verfügung gestellt.

Der Anfang war gemacht, Spanten und eine kleine Auswahl an Informationen und Fotos lagen auf dem Tisch. Eigentlich kann ich jetzt anfangen, was aber nur der Gedanke war, selbst dieser Anfang sollte sich als schwierig erweisen. Also doch nicht gleich anfangen zu kleben, sondern der richtige Weg ist doch sein Bauvorhaben gründlicher zu Planen und noch mehr Informationen zu Sammeln. Was ich natürlich jeden Anfänger auf diesem Gebiet nur empfehlen kann. Gute Recherche ist der halbe Bau!

So machte ich mich erst mal an die Beantwortung meiner selbst gestellten Fragen, der Maßstab hatte sich durch den Erwerb des Spantensatzes von selbst festgelegt, wobei ich jetzt sagen muss das die Wahl schon mal richtig war.

Bei einem Maßstab 1:50 ist das Modell  1.34m lang, so sind das für mich noch vertretbare Relation, stellt man sich vor das der Maßstab 1:25 bei einer Originallänge von 67m, das Modell gleich  stolze 2.68 m Länge hat, fällt die Wahl des Maßstabes bei mir nicht zu schwer. Da es ja auch ein Fahrmodell werden soll wäre auch ein Transport  mit dem Auto mit Problemen verbunden. Es sei denn man kann ein Lieferwagen sein Eigen nennen, oder man baut sein Modell zweigeteilt und steckt es letztendlich zusammen was aber für mich nicht in Frage kam.

Meine  Suche nach Informationen  führte mich noch mal ins Ruhrgebiet, dort hatte ich das Originalschiff MS Wolfram (ex MS Güstrow) ausfindig gemacht. Ein Telefonat mit dem Schiffsführer veranlasste mich an den Hamm- Dattel- Kanal zu fahren wo ich viele Detailfotos von dem Originalschiff (meinem ehemaligen Lehrschiff) machen konnte.

MS Wolfram  vorderer Teil vom MS Güstrow ohne Ladelucken

Heckansicht von MS Wolfram das vom MS Löbau stammt

Mein bestreben war es ein Modell zu bauen was fahrtüchtig ist, dem Original so ähnlich wie möglich sieht, also einen hohen wieder Erkennungswert hat. Auch sollen einfache Mittel verwendet werden um mit relativ niedrigen Kosten trotzdem noch ein passables Bauergebnis zu erzielen.

Da die Spanten aus 4mm Sperrholz gefräst waren, habe ich mich bei der Beplankung auch für Sperrholz entschieden,die Stärke musste in diesem Fall 2mm betragen, stärkeres Material ist nicht geeignet durch zu starkes Auftragen entstehen dann Probleme mit den Abmessungen.

Ein Tipp von mir-man soll auch immer das Gewicht beim Modellbau im Auge behalten, kommt man bei einem Fahrmodell sehr schnell an die Schmerzgrenze oder besser gesagt an die Grenze der Schwimmfähigkeit, sieht es doch nicht schön aus wenn das Modellschiff eher an die Schwimmeigenschaften eines U-Bootes erinnert, als an ein Binnenschiff.

Jetzt hatte ich eigentlich für mein Bauvorhaben alles zusammen. Ich konnte beginnen!

 Aber ich möchte erst das Original  Schiff vorstellen


                                                                                       Das Original „ MS Güstrow“

        

                   Länge (Lüa )                 67.00 m   

                   Breite( Büa)                   8.19 m       

                   Tiefgang  leer(Tg)          1.17 m  

                   Bordwandhöhe              2.50 m 

                   Hauptmaschine       8 NVD 36Au mit 309 KW/ 420 PS

Der Schiffskörper ist ein  Gustav- Koenigs-Typ  (Großplauermaß)

MS Güstrow 1977 im Hafen von Tangermünde Backbord -Ansicht

 

Das Motorschiff  MS "Güstrow"  mit der Registriernummer  5-430B  ist 1962 auf der Werft in Boizenburg gebaut worden.

 

Im Mai 1962  wurde von der Werft Boizenburg/Elbe das Motorschiff an den Schiffsführer Rudolf Loch aus Aken/Elbe übergeben.

 

Das Motorgüterschiff ist im November1975 auf der Werft Tangermünde auf 80m(Europamaß) verlängert worden, und erhielt eine neue

 

Registriernummer 6- 503B.

MS Güstrow  im Dez.1993 bei der Einfahrt vom Rhein in die Mosel bei Koblenz am Deutschen Eck Foto © G.Schuth    

Schriftzug Güstrow mit Regestrierung als 67m  Schiff 5-430B

MS "Güstrow" fuhr ausschließlich auf dem Gebiet der damaligen DDR und CSSR unter dem Schiffsführer Rudolf Loch, bis er Mitte der 80er Jahre das Schiff abgeben musste, weil die Binnenreederei den Einsatzort in die BRD und Beneluxländer verlegte.

1996 führte ein Irreparabeler Motorschaden dazu, dass man das komplette Hinterschiff vom Schiffskörper abtrennte und das Hinterschiff vom Tanker Löbau 5- 469 T, der zur Verschrottung freigegeben war, an den Schiffskörper der MS Güstrow schweißte. 

So fuhr der MS "Güstrow" mit neuem/altem Heck, bis 2000 das Schiff an einen privaten Partikulier (J. Umlang aus Hennigsdorf) verkauft wurde. Das Schiff bekam einen neuen Namen - MS "Wolfram" (5803430) unterdem er bis zum 29.04.2011 auf unseren Wasserstraßen anzutreffen war. Am 29.04.2011 ist beim Beladen mit Kies das Schiff in der Mitte durchgekniekt, sodas es in der Weser  teilweise versunken ist. Nach der Bergung des Schiffes wurde es im Sommer 2011 auf einer Werft in Bremen verschrottet.

Während meiner Lehrzeit musste ich einen Bericht über mein Lehrschiff schreiben der hier nachgelesen werden kann.


 Das Modell „ MS  Güstrow“

 

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