SSS 2625

 

 

 

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Stromschubschiff „Sch 2625“

   am 24.07.1977- Sch 2625 in Aken/Elbe (Feierabendstelle)              © Gerd Schuth/ Koblenz

Mein zweites Bauprojekt eines Binnenschiffsmodells ist das Stromschubschiff 2625 auf dem ich als Lehrling  vom 07.07.1977 bis 23.10.1977 gefahren bin. Der damalige Schiffsführer war Wolfgang W. aus Magdeburg. Mit diesem Schiff verbinden mich sehr viele schöne, aber auch negative Erinnerungen, von denen ich ein klein wenig berichten und auch das Original Schiff vorstellen möchte.

Ich war damals der einzigste Lehrling (Moses) auf diesem Schiff. Also bestand die Besatzung aus dem Schiffsführer, dem Steuermann und meiner Person als Lehrling 2. Lehrjahr, was soviel bedeutete, dass ich alle Arbeiten eines Bootsmanns übernehmen musste. Nun hatte ich aber ein Problem, ich war bis zum 08 Juli 1977 auf keinem Schubschiff vorher gefahren und so war mir das Aufgabengebiet auf einem Schubschiff nur aus der Theorie bekannt. Was für mich nicht grade günstige  Anfangsbedienungen waren.

Ich hatte die Nacht vom 07. zum 08.07 1977 in der Schifferschule in Frohse geschlafen und bin dann mit der S-Bahn zum  Magdeburger Hauptbahnhof gefahren und mit der Straßenbahn weiter in den Magdeburger Industriehafen, wo das Schubschiff 2625 gerade dabei war mehrere Behälter zusammen zu koppeln. Ich machte mich von der Kaimauer durch Winken  bemerkbar (Handys gab es damals noch nicht), worauf  der Schiffsführer ein etwas korpulenter Herr das Schubschiff in voller Fahrt in meine Richtung steuerte. Offensichtlich hatte man mich schon erwartet. Ich kletterte die Freileiter nach unten und stieg auf das Vorschiff, wo ich auch meinen Seesack und Reisetasche ablegte. Sofort fuhr das Schiff rückwärts von der Kaimauer wieder weg um nach cirka 30 m ein Wendemanöver durchzuführen um wieder in Richtung der zusammengekoppelten Behältern zu fahren. Ich ging nach oben ins Steuerhaus, wo ich den Schiffsführer begrüßte und ich mich erst mal vorstellte. Der Steuermann Jürgen W. kam auch ins Steuerhaus und auch wir begrüßten uns und stellten uns gegenseitig vor. Angekommen bei den Behältern ging es sofort zur Sache. Der Ton wurde schon etwas härter und bestimmend: „ Moses auf nach unten, wir wollen erst mal ankoppeln und dann zeigt dir der Steuermann deine Kajüte“.

Ich ging natürlich mit nach unten auf das Vorschiff und wusste eigentlich nicht, was ich da sollte. Der Steuermann  erkannte wohl meine Ratlosigkeit und erklärte mir  kurz aber freundlich, dass ich mir ein paar Handschuh anziehen und ihm beim Ankoppeln der Behälter helfen soll. Ich dachte toll keine 10 Minuten an Bord und schon voll im Geschehen. Da beim Ankoppeln wenig Worte gefallen sind, musste ich mich wohl nicht so schlecht bei meiner Arbeit angestellt haben.

Der Schubverband fuhr aus dem Industriehafen zur Elbe aufwärts  mit dem Ziel  Hafen Riesa. Ich bekam meine Kajüte gezeigt, räumte meine Sachen in den Schrank ein und zog mir meine Arbeitssachen (Bordpäckchen) an.

                                             

                 am 24.07.1977- Sch 2625 in Aken/Elbe (Feierabendstelle)                        am 16.09.1977- Sch 2625 als Vorspann beim Sch 2624(Herrenkrug)

Denn ich hatte schon meine nächsten Aufgaben gestellt bekommen, Decksarbeiten  wie Drahtseile vernünftig aufschießen,  Entrosten oder Streichen  Reinugungsarbeiten und und ….  Auf diesem Schiff hat man schon daran gedacht, dass der Moses  (meinen Vornamen habe ich die ganze Zeit die ich auf diesem Schiff war nicht mehr gehört) keine Langeweile hat. Es gab ja auch den Spruch „ Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Der wurde hier auch wörtlich genommen.

Durch die vielen Arbeitsaufgaben ist natürlich die Zeit extrem schnell vergangen. Man hatte wenig Zeit sich Gedanken zu machen ob das was man hier aufgetragen bekommt, eigentlich mit dem Beruf des Binnenschiffers zu tun hat. Ein Beispiel für die negativen Erinnerungen- wenn der Schiffsführer irgendetwas gemacht hat wo er hinterher seine Hände waschen musste, war der Moses dafür da im Nachhinein das Waschbecken zu säubern, was ich auch getan habe.

Während der knapp vier Monate die ich auf diesem Schiff war, habe ich trotzdem viel gelernt,  was den Beruf des Binnenschiffers betrifft und auch was das Leben auf einem Binnenschiff für Vor- und Nachteile hat. So haben meine Erfahrungen, Aufzeichnungen und vielen Erinnerungen an dieses Schiff dazu geführt, dass ich genau dieses Schiff als Modell bauen wollte, um auch einmal Schiffsführer eines Schubschiffes zu sein.

Daten des Originals damals:

Bauwerft VEB Yachtwerft Berlin

  

Baujahr                       1970

Baunummer               1363-05

Länge                         23.65m

Breite                          8.19m

Tiefgang                     1.13m

Eigenmasse              144 t

Name                          Sch 2625

Bautyp                         Stromschubschiff

Eigner                         VEB Deutsche Binnenreederei

Heimathafen               Berlin

Land                            DDR

 

Weitere  Daten siehe Schiffstypenblatt Nr.6                                                                        

                Sch 2625 am 22.10.2006 in Genthin ©W.Dietl

                                                   Zeichnung


Fortsetzung folgt 

Das Modell „ Sch 2625“ 

            

                                            

  

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